Produktion, Buch und Regie: Martin Baer und Mehran Bozorgnia für WDR, NDR, SDR. Gedreht im Libanon 1993/94.
BetaSP, 30 Min.

Sheikh Hassan Nasrallah, Generalsekretär der Hisbollah Sheikh Mohammed Mahdi Schamseddin, Hoher Shiitenrat
Granateinschlag

Ein Panzer feuert

Ein Hisbollah-Kämpfer

Hisbollah-Kämpfer

Ein getroffenes Hochhaus

arabischer Schriftzug

Strassenkontrolle

Wandbild

Demonsration für die Opfer (Märtyrer) der Hisbollah

 

 


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"Die Hisbollah im Libanon"

Während die Verhandlungen zwischen PLO und Israel über einen Frieden in der Region weitergehen, führt die schiitische Hisbollah im Libanon einen Guerillakrieg gegen die israelische Armee, die seit 1982 einen Teil des Südlibanon als Pufferzone besetzt hält.

1983 erlangte die Hisbollah schlagartige und weltweit traurige Berühmtheit, als Angehörige der Partei als "suicide driver" mit Sprengstoff bepackte LKWs in westliche Botschaften in Beirut und in die Hauptquartiere der französischen und amerikanischen Truppen im Libanon fuhren - und mehrere hundert Menschen töteten. Die Hisbollah war für zahlreiche Entführungen von Journalisten, Diplomaten und anderen verantwortlich. Diese Politik des Terrors und die Abschottung der Partei nach außen ließen nur selten gesicherte Informationen an die Öffentlichkeit dringen und machten Filmaufnahmen fast ganz unmöglich. Heute ist die Hisbollah als letzte der am Bürgerkrieg im Libanon beteiligten Milizen noch im Besitz auch schwerer Waffen.

Es ist uns gelungen, Aufnahmen gerade in den vollständig von der Hisbollah kontrollierten Gebieten des Libanon zu machen.

Neben Interviews mit den maßgeblichen Führern der "Partei Gottes" und schiitischen Geistlichen ( unter anderen Scheikh Mohammed Schamseddin, Vorsitzender des Hohen Rates der Schiiten,  Scheikh Hassan Nasrallah, Generalsekretär der Hisbollah) zeigen teilweise mit versteckten Kameras aufgenommene Bilder Attacken der Mudschaheddin auf israelische Posten, die Aufmärsche der Kampfgruppen in Baalbek, Training und Ausrüstung der Hisbollah und der mit ihnen verbündeten Gruppen aus anderen arabischen Ländern, einschließlich der Beziehungen zu Iran.

Auseinandersetzungen in der "Sicherheitszone", die Rolle und Bedeutung der schiitischen "Partei Gottes" im Süden Libanons, in Beirut und in der jahrelang von der Außenwelt praktisch abgeriegelten Hochburg der Organisation, Baalbek in der Bekaa-Ebene sind die Schwerpunkte unserer Recherchen und Aufnahmen. In Verbindung mit einer Schilderung der Lage vornehmlich schiitischer Flüchtlinge in Südbeirut ergibt das eine komplexe Darstellung des Konflikts zwischen Israel, dem Libanon und der Hisbollah. 

Es handelt sich um eine Produktion im Auftrag von SDR und NDR. Der Film ist in den Dritten Programmen auch unter dem Titel "Allahs Krieger" gesendet worden.

"Hisbollah im Libanon" erscheint uns passender.

Anzumerken ist, daß auf Anraten der verantwortlichen Redaktionen in Hamburg und Stuttgart die Namen der Beteiligten (Autor, Kamerateam) im Abspann geändert wurden - die Hisbollah ist eben nach wie vor eine unheimliche und möglicherweise gefährliche Vereinigung.
Strassenszene in Beirut